Bautrocknung Feuchtigkeit im Neubau

Was versteht man unter Bautrocknung?

Als Bautrocknung wird das Trocknen eines Gebäudes bezeichnet. Dazu gehört das Austrocknen der, im Prozess des Bauens entstandenen Feuchtigkeit ebenso, wie das Trocknen von anschließend eingedrungenem Wasser. 

Übermäßige Baufeuchtigkeit kann viele verschiedene Ursachen aufweisen. Noch mehr Gründe gibt es für das Eindringen von Wasser. Der Hauptteil dieses Artikels wird sich der Entstehung und Behebung von übermäßiger Baufeuchte befassen. Zur Information werden im nächsten Kapitel kurz Gründe für nachträglich eindringendes Wasser genannt. 

Das soll auch als Hilfe dienen, um feststellen zu können, was der Grund für den Feuchtigkeitsüberschuss darstellt. Zum Trocknen von Baufeuchte stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, welche je nach Intensität unterschiedlicher Faktoren (zum Beispiel: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Jahreszeit, Witterung, Wind, Oberfläche und Wassergehalt) variieren können. 

Diese reichen von einfachem und ausgiebigem Lüften bis hin zur Bautrocknung durch Experten. Auch die Meereshöhe und die relative Luftfeuchtigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle.

Häufige Ursachen für das Eindringen von Wasser

Außer der „wirklichen“ Baufeuchtigkeit gibt es eine Vielzahl anderer Ursachen, wie Wasser in ein Gebäude gelangen kann. Dazu zählen:

  • Bauschäden wie Risse, Rohrbrüche und kaputte Leitungen
  • Transport von kapillarer Feuchtigkeit
  • Eindringen von Wasser durch Niederschläge bei Dachschä-den
  • Eindringen von Regen aufgrund eines fehlenden Daches beim Rohbau
  • Überschwemmungen
  • Diffusion der Luftfeuchtigkeit im Gebäude
  • Bildung von Kondensationsfeuchte an kalten Wänden im Keller
  • Anhaftende Wandfeuchtigkeit
  • Hygroskopische Feuchtigkeit

Effektive Trocknung im Neubau

Haus mit Pläne

Heutzutage gehen Bauprozesse durch fortgeschrittene Technologie, im Vergleich zu früher, sehr schnell von statten. Es dauert nur wenige Wochen vom Fundament bis zum fertigen Haus oder Wohnblock. Um einen Neu- oder Rohbau zu trocknen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Alle haben ihre Berechtigung. 

Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihre Einsatzspektrums und ihrer Effektivität. Für viele Baustoffe, wie Zement, Estrich etc. bildet Wasser die Ausgangsbasis. Dieses ist wichtig, für die richtige Konsistenz der Mischmasse zur Verarbeitung. Anschließend muss dafür gesorgt werden, dass die überschüssige Feuchtigkeit wieder entweicht, um aus der viskosen Masse ein stabiles Material zu formen.

Wichtige Informationen zur Feuchtigkeit im Rohbau

Haus im Rohzustand

Die aus den Baumaterialien stammende Restfeuchtigkeit muss komplett trocknen, um keine Schäden zu verursachen. Das ist gar nicht so einfach. So benötigt Mauerwerk aus Ziegeln zwischen 100 bis 350 Tage, um ohne Beihilfe vollständig durchzutrocknen. 

Bei Beton erhöht sich diese Dauer beträchtlich. Ganze 450 bis 790 Tage werden benötigt, damit dieser zur Gänze austrocknet. Deshalb ist eine umfassende und gründliche Trocknung durch Experten so wichtig. 

Damit sich diese einfach bewerkstelligen lässt, ist eine vorausblickende Koordination mit den anderen baulichen und handwerklichen Maßnahmen sehr zu empfehlen. So können Sie sicher gehen, dass keine Termine kollidieren und das Bauvorhaben reibungslos nach Plan abläuft.

Trocknungsdauer von übermäßiger Restfeuchte im Neubau

Die aufzuwendende Zeit für die Trocknung eines Neubaus hängt von verschiedenen Variablen ab. Am wichtigsten sind folgende:

  • Stärke des Estrichs
  • Grad der Durchfeuchtung des Baumaterials
  • Raumtemperatur
  • Erwünschter Grad der Trocknung

In der Regel kann bei einer passenden Anzahl an Trocknungsgeräten von einer 2 bis 5-wöchigen Trocknungsdauer ausgegangen werden. Wird weniger als diese Zeit für die Neubau-Trocknung veranschlagt, trocknet nur die oberste Schicht des verarbeiteten Baumaterials. 

Teile des Mauerwerks, die sich weiter innen befinden enthalten noch immer Restfeuchte und können unter Umständen eine große Schadwirkung entfalten. Deshalb ist die adäquate Trocknungsdauer extrem wichtig. Es lohnt sich dafür Experten zu konsultieren, um die beste Trocknungsvariante zu ermitteln.

Entstehung von Feuchtigkeit im Neubau

Rohbau Fundament

Die meiste Feuchtigkeit versteckt sich in den verschiedenen Baumaterialien. Vor allem das Mauerwerk und Beton können sehr viel Wasser speichern. Werden diese vor Fertigstellung des Bauwerks nicht ordnungsgemäß und fachmännisch getrocknet, können später im Bauprozess erhebliche Schäden entstehen. 

In der Folge sind aufwendige Reparaturen nötig. Deshalb lohnt es sich, gleich zu Beginn oder am besten vor dem Start des Neubaus die Trocknung zu planen. Das kostet ein wenig Geld spart aber im Endeffekt Zeit, Nerven und Schäden am Gebäude. 

Nach einem halben Jahr macht das Wasser in einer Betonplatte noch immer ungefähr 6 % des Gewichts aus. Diese Restfeuchtigkeit kann dann aus dem Beton entwichen und in angrenzende Räume eindringen. Sind zudem keine Dampfsperren verlegt können dadurch Dämmstoffe mit Feuchtigkeit angereichert werden. 

Der Wert der Dämmung verschlechtert sich erheblich. Außerdem werden ideale Bedingungen für gesundheitsschädliche Schimmelpilze geschaffen. Eine professionelle Bautrocknung ist also aus vielerlei Hinsicht äußerst ratsam und dringend zu empfehlen!

Bautrocknung im Neubau – Eine Übersicht

Aufgrund der vielen verschiedenen Werkstoffe die beim Hausbau verwendet werden, ist die Bautrocknung ein komplexes Fachgebiet. Umso wichtiger ist eine seriöse und gute Beratung. Je nach Bauweise und Ausgangsmaterial werden verschiedene Techniken zu Trocknung eingesetzt. Die Bautrocknung im Neubau wird am besten vor dem Verlegen von Fußböden und vor den Malerarbeiten vorgenommen. Dann können auch die Oberflächen von Estrichen, Zimmerdecken und- wänden mit großer Effektivität getrocknet werden.

Das Massivhaus – Informationen zur Bautrocknung

Im Rohbau eines Massivhauses ist der Grad an Restfeuchtigkeit besonders hoch, insbesondere höher als beim Fertigbau. Die Hauptursachen für übermäßige Feuchtigkeit stellen der Estrich und der Innenputz dar. Deshalb sollte bei der Massivbauweise so bald wie möglich nach der Fertigstellung mit einer professionellen Bautrocknung gestartet werden. Sehr anfällig für erhöhte Feuchtigkeit sind:

  • Schwer erreichbare, verwinkelte Ecken (zum Beispiel um den Schornstein)
  • Stellen des Übergangs zum Trockenputz
  • Schlecht belüftete Areal (zum Beispiel Treppen)

An diesen Orten ist die fachmännische Trocknung mit professionellen Geräten im Neubau-Massivhaus besonders effizient. Durch sie wird ein gutes Raumklima gefördert und die Qualität des Hauses konserviert.

Das Fertighaus – Informationen zur Bautrocknung

Fertigteilhaus

Gegenüber der Massivbauweise hat der Fertighausbau einen großen Vorteil. Es gibt schlicht und ergreifend weniger Bildung von Restfeuchtigkeit. Eine Bautrocknung ist dennoch empfehlenswert. Die Restfeuchtigkeit im Fertigbauhaus entsteht vorwiegend durch Estrich, welcher für den Aufbau des Fußbodens verwendet wird. 

Außerdem kann es durch die Isolierung im Keller zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kommen. Eine Bautrocknung durch Experten beugt diesen Problemen vor und verhindert Schimmelbildung.

Verschiedene Arten der Trocknung im Neubau/Rohbau

Grundsätzlich können moderne von traditionellen Arten zur Gebäudetrocknung unterschieden werden. Nachfolgend wird näher auf die unterschiedlichen Arten der Bautrocknung eingegangen, um Vor- und Nachteile näher zu beleuchten. Das soll helfen, um sich für die richtige Arte der Trocknung, angepasst an Bauweise und verwendete Materialien, zu entscheiden.

Bautrocknung früher – kostengünstige Alternative

Als noch keine Maschinen vorhanden waren, wurden Bauwerke auf natürliche Weise getrocknet. Bei diesem Verfahren der Trocknung wird den Räumen durch bewegten Luftaustausch Feuchtigkeit entzogen. Das lässt sich in der Praxis relativ einfach umsetzen.

 Es muss nur für einen ständig anhaltenden Luftzug gesorgt werden. Das wird zum Beispiel durch Querlüften bewerkstelligt. Je nach den klimatischen Rahmenbedingungen dauert dieses Verfahren unterschiedlich lange. Der größte Vorteil der traditionellen Bautrocknung liegt mit Sicherheit in den geringen Kosten, wobei es nicht besonders effektiv ist. 

Bei der Verwendung dieses Verfahrens zur Neubautrocknung ist es besonders schwierig denn Terminkalender für die anfallenden Arbeiten zu koordinieren, weil die Trocknungsdauer nur sehr schwer einzuschätzen ist.

Bautrocknung heute – effektiv und ökonomisch Trocknen

Hocheffektiv und schnell kann heutzutage mit modernen, technischen Geräten getrocknet werden. Die Gebäude- und Raumtrocknung im Neubau wird dadurch zum Kinderspiel. Mit einer Luftentfeuchtung durch leistungsstarke Geräte kann ein Luftfeuchtigkeitsgrad von 25 % bis 45 % erreicht werden. Außerdem findet die Trocknung gleichmäßig verteilt im gesamten Raum statt. 

Es spielt also keine Rolle, wo sich die Feuchtigkeit angesammelt hat. So kann durchgehend und homogen, unabhängig von der Witterung getrocknet werden. Die moderne Technik hilft also Neu- und Rohbauten ökonomisch und schnell auszutrocknen. Im Anschluss können die Bauarbeiten pünktlich fortgeführt werden. So werden Zeit und Kosten gespart.

Zusammenfassend sind einige Vorteile der Luftentfeuchtung mit Profi-Trockengeräten zu nennen:

  • Effektive Trocknung durch leistungsstarke Geräte
  • Gleichmäßiger und schneller Trocknungsvorgang
  • Ökonomisch und kostensparend
  • Ermöglicht die Einhaltung von engen Zeitplänen beim Neubau

Techniken zur Trocknung im Neubau

Die moderne Bautrocknung nutzt unterschiedliche Techniken, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Nachfolgend sind die wichtigsten angeführt und kurz beschrieben. Je nach Einsatzgebiet, Baustoff und Grad der Durchfeuchtung unterscheiden sie sich dementsprechend.

Trocknung von Hohlräumen

Sind Innenräume des Neubaus von Feuchtigkeit betroffen, so kommt die Hohlraumtrocknung zum Einsatz. Bei ihr wird die Luftfeuchte punktgenau aus diesen Arealen entzogen. Es handelt sich also um eine zielführende Beseitigung von Restfeuchte. Besonders bedeutsam ist diese Art der Trocknung, wenn Hohlräume schon seit langer Zeit unter Restfeuchtigkeit leiden.

Raumtrocknung

Spezialtrocknungsgeräte ermöglichen das Trocknen von feuchtem Mauerwerk. Dafür werden spezielle Hochleistungs-Aggregate verwendet. Dieses System eignet sich besonders, um warme Luft zum Trocknen zu erzeugen.

Estrich-Trocknung

Die Trocknung von Estrich ist eine besondere Herausforderung, da dieser sehr viel Wasser und somit Feuchtigkeit speichert. Gelöst wird dieses Problem durch Unterdruck. Damit gelingt es, verschiedenste Arten von Estrich ordentlich durchzutrocknen. 

Eine genaue und professionelle Trocknung ist beim Estrich extrem wichtig, um einem Ausbau vorzubeugen. Dadurch werden die wichtigen Dämmmaterialien im Unterbau geschützt. Müsste Spezialdämmung aufgrund von übermäßiger Feuchtigkeit entnommen werden, wäre das eine äußerst kostspielige Angelegenheit.

Trocknen mit Infrarot

Die Infrarottrocknung ist ein Spezialverfahren, welches große Heizplatten benutzt, um übermäßige Feuchtigkeit zu beseitigen. Dabei wird die energiegeladene Infrarotstrahlung genutzt, um Wärme zu erzeugen. Diese eignet sich außerdem hervorragend zur Schimmelpilzbefall auf Wänden.

Trocknung durch Mikrowellen-Technologie

Diese Technologie wird vor allem zur Trocknung von kleinen, begrenzten Stellen verwendet. Es kommt Strom zum Einsatz, um lecke Flächen abzudichten. Durch Mikrowellen werden die Moleküle des Wassers in den Werkstoffen entsprechend beeinflusst. Die entstehende Wärme, hervorgerufen durch Reibung sorgte für eine Durchtrocknung bist in die tiefsten Schichten.

Richtig Trocknen im Neubau und im Rohbau

Die richtige Trocknung von Estrich und Putz im Neubau ist besonders herausfordernd. Wird sie fehlerhaft durchgeführt kann es zur Bildung von Rissen, oder sogar zum Abblättern kommen. Für gewöhnlich wird mit der Trocknung des Neubaus erst nach dem Auftragen von Putz begonnen. Zum Einsatz kommen dafür spezielle Kondensationstrockner. Beachtet werden müssen dabei die unterschiedlichen Putz- und Estricharten, da diese jeweils eine spezielle Handhabung vorrausetzen:

  • Estriche mit Kalziumsulfat können bereits am nachfolgenden Tag getrocknet werden
  • Wird Zement für den Estrich verwendet sollte unbedingt 6 bis 11 Tage gewartet werden, bevor die Trocknung eingeleitet wird.
  • Für Zement- und Gipsputz gilt eine Wartedauer von 1 bis 3 Tagen, bevor mit der Trocknung begonnen wird
Meistertipp: Während der Trocknung ist es außerordentlich wichtig ein geschlossenes System zu bewahren. Das heißt: Alle Fenster und Türen welche nach Draußen führen müssen geschlossen bleiben. Im inneren des Neubaus sollte gegensätzlich jede Türe offen bleiben. So erzielen Sie den bestmöglichen Trocknungseffekt!

Elektrotrockner versus Öl- und Gastrockner

Mit Öl und Gas betriebene Trockengeräte sind für den Einsatz im Neubau nicht geeignet. Das ist in der Tatsache der übermäßigen Wasserdampfbildung begründet. Für jeden Liter Antriebsflüssigkeit werden circa  eineinhalb Liter Dampf an die Umgebungsluft abgegeben.

Diese überschüssige Feuchtigkeit kann sich im Anschluss an Decken und Wänden festsetzen. Es wird genau der gegenteilige Effekt erzielt, der Neubau wird feucht anstatt trockener.

Ideal zur Neubautrocknung sind deshalb Elektrotrockner. Sie sind sicher und effizient. Zusätzlich wird beim Erhitzen kein Sauerstoff verbrennt, was für einen leisen und geruchsneutralen Betrieb sorgt.

Lüften und Trockenheizen im Neubau

Lüften und Trockenheizen sind ebenfalls keine erfolgversprechenden Alternativen. Beide Verfahren sind kostspielig, langsam und mit einem hohen Risiko verbunden. Richtiges Lüften ist komplizierter als es sich anhört. 

Es muss äußerst genau auf die Luftfeuchtigkeit im Außenbereich geachtet werden und auch die Dauer der Lüftungsvorgänge sollte genau eruiert werden. Trockenheizen von Neu- und Rohbauten kann bis zu 2,5 Jahre dauern. Die Energiekosten steigen bei dieser Technik enorm an.

Deshalb: Vertrauen Sie Ihrem Fachexperten zum Thema Neubautrocknung. Sparen Sie Zeit, Energie und Nerven!

Feuchtigkeit im Neubau? NEIN, Danke! – Die Liste

  • Schon im Zuge der Bauvorgänge auf ausreichende Trocknung der feuchten Baustoffe achten, bei vor weiter gebaut wird
  • Bei organischen Werkstoffen muss sorgfältig auf die fachgerechte Trocknung geachtet werden, da diese ideale Brutstätten für Schimmelpilze darstellen
  • Wählen Sie beim Ausbau der Innenräume die richtigen Baumaterialien
  • Verhindern Sie die Durchfeuchtung und decken Sie die Dächer ab
  • Sicherstellen das kein Wasser durch Wände oder Keller ins Innere des Rohbaus gelangen kann
  • Kondenswasserbildung verhindern!

Und das wichtigste am Schluss!

Sorgen Sie dafür, dass der Neubau vor dem Einzug komplett durchgetrocknet ist. In dieser Hinsicht sollten Wände im Inneren welche beidseitig verputzt sind besonders kontrolliert werden. Im Zweifel wenden Sie sich bitte an Ihren Fachexperten! So sparen Sie Zeit, Nerven und Geld.