Infektionsrisiko Fitnessstudio

Aerosolgetragene Virusübertragung beim Sporttreiben in geschlossenen Räumen

Training

Die Menschen freuen sich, nach der langen Zeit des Lock-Downs endlich wieder sportlich aktiv zu werden. Der Vereinssport und die Kontaktsportarten werden noch einige Zeit auf sich warten lassen, doch die Fitnessstudios haben ihre Pforten bereits geöffnet. 

Auch wenn der Individual- und Fitnesssport in den Studios derzeit ein verhältnismäßig geringes Risiko für eine Ansteckung mit Covid-19 darstellt, verdichten sich die Hinweise, dass insbesondere die Wintermonate für die Studiobetreiber aus gesundheitlicher Sicht zu einem Problem werden könnten.

Das unterschätzte Risiko der Aerosol-Übertragung

Nachdem die Virologen zuerst häufiges und gründliches Händewaschen als vorrangige präventive Maßnahme gegen Schmierinfektionen empfahlen, dauerte es nur wenige Tage, bis auch die Husten- und Niesetikette in beinah jeder Politshow weitreichend erörtert wurde. 

Anlass war die Erkenntnis, dass die Übertragung des Sars-CoV-2 Virus über Bioaerosole eine mindestens ebenso große Bedeutung spielen würde wie eine mögliche Übertragung des Erregers über Schmierinfektionen. 

Die mikroskopisch kleinen Tröpfchen, die beim Husten und Niesen aus Mund- und Rachenraum ausgestoßen werden, halten sich lange Zeit in der Luft, bevor sie schließlich zu Boden sinken oder durch Luftbewegungen fortgetragen werden. Ist die Virenlast hoch genug, kann das Einatmen oder ein Schleimhautkontakt mit diesen Schwebeteilchen zu einer Infektion führen.

Sport begünstigt den Aerosol-Ausstoß

Frau atmet
Menschen laufen durch den Wald im Winter

Eine potentielle Gefahr, die von Aerosolen ausgeht, besteht überall dort in öffentlichen, geschlossenen Räumen, wo sich mehrere Menschen innerhalb einer kurzen Zeit ohne ausreichend großen Abstand und unter mangelndem Luftaustausch aufhalten. Hat ein Erkrankter den Raum verlassen, können sich die von ihm ausgestoßenen Aerosole sogar noch lange Zeit in der Raumluft halten und durch feinste Luftzüge in alle Ecken und Winkel des Raums getragen werden.

Nicht nur nach dem Niesen und Husten bleiben Bioaerosole in der Umgebung zurück. Sportmediziner und Physiker sehen ein weiteres Risiko, denn auch das Atmen unter sportlicher Belastung setzt in vermehrter Weise Aerosole und damit potentielle Viruspartikel frei.

Physiker Bert Blocken von der Universität Eindhoven veröffentlichte jüngst eine Studie, in der er zeigte: Eine Wolke aus feinsten Bioaerosolen kann sich hinter einem Läufer bis zu 10 Meter ausbreiten. Mit einem Mindestabstand von 2 Meter ist es hier also nicht getan. Beim Fahrradfahren (Velo-Sport) beträgt der empfohlene Mindestabstand sogar 20 Meter.

Perikles Simon, renommierter Sportwissenschaftler an der Universität der Johannes-Guttenberg-Universität in Mainz, weist außerdem darauf hin, dass die Luftfeuchtigkeit bei der Übertragung von Viren durch die Luft ein entscheidender Faktor sei. „[…] je nach Witterung verteilt sich so ein Virus wie Rauch in der Luft“, erklärt der Mediziner und rät den Sportlern, sonniges Wetter zu nutzen, anstatt die tägliche Laufrunde bei Nebel und Dunst zu planen. 

Der Hintergrund hinter diesen fachmännischen Ratschlägen: Umhüllte Viren, und damit auch Influenza- und das Sars-CoV-2-Viren, mögen es feucht: Steigt die Luftfeuchtigkeit über den kritischen Wert von 60 Prozent, haben Viren leichtes Spiel. Doch was hat das Ganze mit dem Sport im Fitnessstudio zu tun?

Infektionsrisiko Fitnessstudio

Die genaue Bestimmung des Risikos einer möglichen Covid-19 Infektion in Sportstätten ist aufgrund der dürftigen Daten- und Studienlage bislang nicht möglich. Die oben genannte Untersuchung der Luftbelastung durch Schwebeteilchen im Windschatten von Läufer hat aber einmal mehr unwiderlegbar gezeigt, dass sich der Tröpfchen-Ausstoß unter sportlicher Belastung vervielfacht

Wird Sport – wie im Fitnessstudio – in geschlossenen Räumen betrieben, steigt die Aerosolbelastung in der Raumluft sprunghaft an. Trainierende an den Geräten treiben in den Studios Sport an Ort und Stelle. Wird der Platz bzw. das Trainingsgerät nun neu besetzt, atmet der nachfolgende Sportler im schlechtesten Fall in eben derselben Aerosolwolke, die sein Vorgänger unmittelbar vor ihm hinterlassen hat. 

Auch ein Desinfizieren und Reinigen der Geräte und Griffstellen ist keine ausreichende Maßnahme, um der Gefahr einer Infektion über Bioaerosole Herr zu werden. Untersuchungen zeigen: Ohne Maßnahmen können feinste Tröpfchen noch bis zu 5 Stunden in der Raumluft nachgewiesen werden.

 

Regelmäßige Belüftungspläne sollen das Risiko in den warmen Sommermonaten weiterstgehend minimieren. Im Herbst und Winter jedoch bleiben die Fenster erfahrungsgemäß die längste Zeit des Tages geschlossen: 

Es zeichnet sich schon heute ein neu aufkommendes Problem ab, auf das viele Betreiber von Sportstätten bereits jetzt präventiv reagieren, um den sportbegeisterten Kunden beim Training ein sicheres Gefühl zu geben und Infektionen auf Basis neuster Erkenntnisse vorzubeugen.

Lufthygiene beim Sport ist das A&O

Bereiche und Branchen, in denen sich viele Menschen auf begrenztem Raum in geschlossenen Räumen aufhalten, sorgen sich um die Lufthygiene und treffen Maßnahmen, um die Verbreitung von Viren auszuschließen bzw. möglichst gering zu halten. Dass eine hochwertige Lufthygiene auch in geschlossenen Räumen möglich ist, in denen sich viele Menschen zeitgleich aufhalten, zeigen Airlines auf beispiellose Art und Weise: 

Eine fortschrittliche Belüftungstechnologie sorgt dafür, dass die gesamte Kabinenluft im Flugzeug in einem Zeitraum von nur drei Minuten vollständig ausgetauscht werden kann. Zusätzlich kommen HEPA-Filter zum Einsatz, die Viruspartikel aus dem Anteil der gefilterten Luft herausfiltern. 

Was über den Wolken möglich ist, funktioniert auch am Boden: Luftreinigungssysteme werten die Raumluft auf, indem sie zum einen die Luftfeuchtigkeit in einem optimalen, für den menschlichen Organismus gesunden Bereich halten. Zum anderen sorgen HEPA-Filter in Kombination mit einer UV-C-Lichtreinigungstechnologie für eine keim- und virenfreie Umgebungsluft.

Der Gesundheitsschutz fußt also auf zwei Säulen, die einen reziproken, sich akkumulierenden positiven Effekt für den Gesundheitsschutz der Sporttreibenden bewirken: Die Virusübertragung wird einerseits gehemmt, während virales Erbgut in einem aktiven, destruktiven Prozess andererseits unschädlich gemacht wird.

Das Ziel: gesundheitsförderndes Sporttreiben auch im Winter in geschlossenen Räumen durch die nachhaltige Reduktion des Infektionsrisikos.